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Ein Original der Lüneburger Heide: Otto Knoop aus Weyhausen |
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Otto Knoop wurde im November 1908 geboren. Nach der Schulzeit ließ er sich, wie sein Vater, im Niedersächsischen Landgestüt Celle zum Gestütswärter ausbilden. Am 1. Oktober 1926 wurde er Rekrut in der Traditionsschwadron der Garde-Ulanen in Potsdam. Seinen zwölfjährigen Militärdienst beendete er beim Artillerie-Regiment 19 in Celle. Von den Pferden wollte er sich nicht trennen, als berittener Gendarm wurde er mit einem Hannoveraner-Wallach nach Niederschlesien an die polnische Grenze versetzt. Der Zweite Weltkrieg begann für ihn in Elsass-Lothringen und endete in Holland. "Ich gehöre sicher zu den wenigen, wenn es überhaupt einen Gendarmen gegeben hat, der, wie ich aus Holland mit seinem Pferde abreiten konnte bis nach Esens bei Wittmund/Ostfriesland und hier sofort wieder in den Dienst übernommen wurde", hielt er schriftlich fest. In Ostfriesland blieb Otto Knoop bis 1952. Dann wurde er auf eigenen Wunsch in den Regierungsbezirk Lüneburg versetzt und trat im November seinen Dienst in Weyhausen an.
Im Sommer verlebten Feriengäste in der "Privat-Pension / Doppel- und Einzelzimmer mit fl. Wasser" ihren Urlaub. Auf der Terrasse gab es Kaffee und Kuchen und kühle Getränke.
Arno Schmid bei Otto Knoop Bei anderer Gelegenheit soll das Pferd den vom Feiern ermatteten Reiter sanft im Gras abgesetzt und den Heimweg allein fortgesetzt haben. Anni ging dann auf die Suche nach ihrem Otto. Er war kein Kind von Traurigkeit. Otto Knoop hat sich nicht nur mit seinem Eskapaden in die Reihe der Heidjer-Originale eingereiht. Er war nicht der poltrige Grobian, der erste Eindruck täuschte. Er war herzensgut, sensibel und manchmal sehr sentimental. 1966 feierte er in großem Stil sein 40-jähriges Dienstjubiläum, zweieinhalb Jahre später ging der Polizei-Obermeister - zusammen mit seinem Pferd Edler - in Pension. Die letzten Jahre hatte er in dem Sommermonaten hoch zu Ross im Naturschutzgebiet am Wilseder Berg Dienst getan und Wanderern den Weg gewiesen. Sogar die "Bild-Zeitung" berichtete über den letzten Berittenen. Der Pensionär flog in die USA, besuchte hier die älteste Tochter und nahm trotz Verständigungsschwierigkeiten Kontakt zu einem amerikanischen Kollegen auf. Mit einem Sheriff-Hut für sein kleines Reitermuseum im ehemaligen Dienstzimmer kehrte er zurück.
Die letzten Stationen
Der Text wurde von Joachim Gries, Eschede, zur
Verfügung gestellt. |